Nach der Reise ist vor der Reise: Unser nächstes Ziel ist eine Woche Ende Oktober auf Zypern, der Kupferinsel, deren Rohstoff zu minoischen Zeiten mit dem Zinn aus Cornwall in Zakros auf Kreta zu Bronze verarbeitet wurde.

Abkühlanlage für gegossene Bronze in Zakros

Natürlich gibt es auch andere Gründe, dort mal nach dem Rechten zu schaun: Es ist der Geburtsort von Aphrodite,

Oh, kleine Panne, eigentlich sollte es dies Bild werden -))

Wir erinnnern uns: Gaia gebar zwar ohne direkte Einflussnahme des Eros den Uranus, litt dann aber nicht wenig unter seiner erotischen Hyperaktivität. Mit ihm zeugte sie die 12 Titanen, 3 Zyklopen und drei Hekatoncheiren (Riesenmonster mit 100 Händen, vermutlich denn doch an hundert Armen, da ist die Mythe unklar). Uranos haßte seine Gören und sperrte sie in den Tartaros (Unterwelt), was Gaia irgendwann auf den Keks ging. Sie stiftete die Kinder zur Rebellion an, aber nur Kronos hatte dazu genug Eier und schnitt seinem Erzeuger mit einer von seiner Mutter geschaffenen „gewaltigen Hipp“ genau dieselben ab. (Hesiod, Theogonie, 180)

Interessant, dass das Gemetzel offenbar in der Nähe von Epirus stattgefunden haben soll. Dort wohnte in Dodoni in seinem Eichentempel der pelasgische Zeus mit den Priestern, die sich nie die Füße wuschen, gar nicht so weit weg war und ist das Nekromanteion, eine liturgische Schnittstelle zwischen Diesseits und Jenseits sowie tatsächlich der Acheron (einer der vielen), über den man bekanntlich in den Tartaros gelangte. Außerdem ist es gar nicht so weit zum Olymp, auf dem Hesiod dann die „Götterkollekte“ der archaischen Regionalgötter ansiedelte.

Spannend sogar, dass der Samen von Kronos und der Schaum des Meeres eine Station auf der Insel Kythera (südlich des östlichsten Fingers der Peleponnes) machte, bevor die Schöne mit dem „niedlichen Fuß“ die Muschel des Botticelli und das Meer verließ und bei Kouklia im Süden der Westküste den blumengeschmückten Boden des „meerumflossenen Kypros“ betrat.

Ohne Hesiods künstlerischer Freiheit nahe treten zu wollen, ist meine Vermutung, dass sich in der Route die eigentliche Reise der frühen für Liebe, Lust, Familie, Schönheit und Lebensgenuss zuständige zyprischen Göttin widerspiegelt, und zwar, wie sich das für einen Spiegel gehört, spiegelverkehrt: Das Ziel ist der Startpunkt.

Interessant, wohin einen Quellenstudium und Ortskenntnis führen können.

See you in Cyprus…

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